
TRILOGY OF WITHIN / BERLIN GERMANY



TRILOGY OF WITHIN / FINAL ICON: C.E.R.N. WITHIN (english) At C.E.R.N., the focus is on traces—specifically, the deliberate collision of elementary particles guided by magnetic fields. All we can do is analyze the tracks left by these collisions; the remnants and echoes reveal what truly exists. In the early 2000s, Leo Kadele utilized the emerging digital online culture as a guiding force—much like those magnetic tunnels. A collision ensued between prompts from internet chat rooms and a live performer treating reality as a stage. Analyzing the traces of that collision generated a retrospective meaning: a trilogy. TRACES: Now he is interested in defeats. He spent a long time shouting for them to simply let him write. Time is limited. He will not make it! That is how he attracted the Erasers. And he immediately fell in love with them. At first it was because of the buzzing as they dive down. From the heights of heaven. As if they truly came from somewhere. As if they had not been created by the refusal to become someone. A future someone. First they erased the light of the candles by which he wrote at night. Then they turned him into stain of dark scent. Then they fermented him. Then they began to lick him. Then they said write your final poem now. We are your audience. The Erasers! He gave it everything he had. His final poem: "I am the precondition for a seed. But I would never fall upon stone. I am not that fortunate. I would fall upon fertile ground. Where things grow. Where fruit is produced. Essays are written. Factories are left as an inheritance. Children are sacrificed to the Sun God. Gravity is contemplated. Migrations through space are being prepared. Everything rises from the mud into the heavens. That is why I long for defeats. And that is why I love you, Erasers. Small fierce godlike wasps. I love the way you penetrate. I love your tunnels that disappear behind movement. The nothingness that summons you! I love the way you hollow out a trace. You write by erasing! I can you from above and below, from every side and from within. Let whoever cannot read what has erased beware. Let them not reveal their astonishment. For that is how the Erasers go out. Out of fear that they might deliver purpose. Damned little buzzing creatures. Sent unprepared into the zone of defeat! Among us who feed on catastrophes." He fell silent. The poem was finished. He listened as the words shaped an echo. There was no one. Only himself. Unerased. Defeated by existence.
TRILOGIE DES INNEREN / LETZTES SYMBOL C.E.R.N. IM INNEREN Am C.E.R.N. stehen Spuren im Mittelpunkt – genauer gesagt die gezielte, durch Magnetfelder gelenkte Kollision von Elementarteilchen. Uns bleibt lediglich die Analyse der durch diese Zusammenstöße hinterlassenen Bahnen; die Überreste und Echos offenbaren, was tatsächlich existiert. Zu Beginn der 2000er Jahre nutzte Leo Kadele die aufkommende digitale Online-Kultur als treibende Kraft – ganz ähnlich jenen magnetischen Tunneln. Es kam zu einer Kollision zwischen Impulsen aus Internet-Chatrooms und einem Live-Performer, der die Realität als Bühne begriff. Die Analyse der Spuren dieses Aufeinandertreffens ließ eine rückblickende Bedeutung entstehen: eine Trilogie. Nun interessiert er sich für Niederlagen. Lange Zeit hatte er geschrien, man möge ihn doch einfach schreiben lassen. Die Zeit ist knapp. Er wird es nicht schaffen! So zog er die Radierer an. Und er verliebte sich augenblicklich in sie. Zuerst war es das Summen, mit dem sie herabstießen. Aus den Höhen des Himmels. Als kämen sie tatsächlich von irgendwoher. Als wären sie nicht aus der Weigerung entstanden, jemand zu werden. Jemand in der Zukunft. Zuerst löschten sie das Licht der Kerzen aus, bei denen er nachts schrieb. Dann verwandelten sie ihn in einen Fleck dunklen Dufts. Dann ließen sie ihn gären. Dann begannen sie, ihn abzulecken. Dann sagten sie: Schreib jetzt dein letztes Gedicht. Wir sind dein Publikum. Die Radierer! Er gab alles, was er hatte. Sein letztes Gedicht: „Ich bin die Voraussetzung für einen Samen. Doch ich würde niemals auf Stein fallen. So viel Glück ist mir nicht beschieden. Ich würde auf fruchtbaren Boden fallen. Wo Dinge wachsen. Wo Früchte entstehen. Essays geschrieben werden. Fabriken als Erbe hinterlassen werden. Kinder dem Sonnengott geopfert werden. Über die Schwerkraft nachgedacht wird. Reisen durch den Weltraum vorbereitet werden. Alles erhebt sich aus dem Schlamm in den Himmel. Deshalb sehne ich mich nach Niederlagen. Und deshalb liebe ich euch, Radierer. Kleine, wilde, gottgleiche Wespen. Ich liebe die Art, wie ihr eindringt. Ich liebe eure Tunnel, die hinter der Bewegung verschwinden. Das Nichts, das euch herbeiruft! Ich liebe die Art, wie ihr eine Spur aushöhlt. Ihr schreibt, indem ihr auslöscht! Ich kann euch von oben und unten, von jeder Seite und von innen her ... Wer nicht lesen kann, was ausgelöscht wurde, der sei gewarnt. Er soll sein Erstaunen nicht offenbaren. Denn so verschwinden die Radierer wieder. Aus Angst, sie könnten einen Sinn stiften. Verdammte kleine, summende Kreaturen. Unvorbereitet in die Zone der Niederlage geschickt! Unter uns, die wir uns von Katastrophen ernähren.“ Er verstummte. Das Gedicht war vollendet. Er lauschte, wie die Worte ein Echo formten. Da war niemand. Nur er selbst. Nicht ausgelöscht. Vom Dasein besiegt.